Im Gebiet Flüefeld-Tägerhardrütenen in Würenlos entstand im Februar 2025 eine Sandschüttung für Uferschwalben. Damit erfüllt sich ein wichtiges Versprechen für den lokalen Artenschutz.
Uferschwalben brüten in Kolonien und bewohnen ursprünglich sandige Steilhänge an unverbauten Flussufern. Wegen Flussverbauungen entstehen heute kaum mehr natürliche Brutstellen an Prallhängen. Die Art ist deshalb auf Ersatzlebensräume ausgewichen und kommt heute in der Schweiz nur noch in Kiesgruben vor. Dort brüten sie in Sandeinschlüssen an vegetationslosen Steilhängen. So auch in Würenlos. Durch verschiedene für die Art ungünstige Entwicklungen hat sich ihr Bestand in der Schweiz jedoch drastisch reduziert. Die Uferschwalbe steht deshalb auf der nationalen Roten Liste in der Kategorie «stark gefährdet». Werden keine Massnahmen zugunsten der Art getroffen, stirbt sie aus.
Kiesgruben sind Lebensräume auf Zeit. Nach der Ausbeutung von Kies und Sand folgt in der Regel ihre Auffüllung. Mit der Rekultivierung verschwinden in der Regel auch die Brutstellen der Uferschwalben. Sie werden mit Aushub zugedeckt. Das Schicksal der Wiederauffüllung drohte auch den Uferschwalben-Brutstellen in Würenlos. Deshalb initiierte BirdLife Würenlos den Bau einer künstlichen Sandschüttung. Dank BirdLife Schweiz und der Einwohnergemeinde Würenlos konnten die Planungs- und Baukosten der Uferschwalbenwand gedeckt und dank dem Kanton Aargau ein geeigneter Standort für die Wand auf der ökologischen Ausgleichsfläche gefunden werden.
Schliesslich konnte die «Sandburg» im Jahr 2025 gebaut werden. Gleich im ersten Frühling bezogen die Uferschwalben die Wand und gruben hunderte Brutröhren.


Mit dem Bau der Wand kann der Koloniebrüterin über die Dauer des Abbaubetriebs hinaus, eine Brutgelegenheit geboten werden. Also, alles gut?
Schlussendlich sind Sandschüttungen für Uferschwalben lediglich Übergangslösungen. Damit die Art in der Schweiz langfristig eine Chance hat, muss es gelingen, wieder natürliche Brutstandorte an Prallhängen von Fliessgewässern entstehen zu lassen. Dafür ist aber die Renaturierung von Fliessgewässern zur Wiederherstellung der natürlichen Dynamik notwendig. Davon ist die Schweiz aber noch weit entfernt. Solange kommt Ersatzlebensräumen wie Kiesgruben hohe Bedeutung zu.



